Wo gehobelt wird…

1 11 2009

… da fallen Späne.

Auszug aus der Tansanischen Allgemeinen Zeitung (TAZ), 2.11.09

 

Bänderriss

 

Diagnose? Bänderzerrung/-riss. (Foto: Roberto)


 

Nach einem bitterlichen Sturz während eines hochkarätigen Kicks muss nun Armbrustero mit der Nummer zwei wegen einer Bänderruptur für diese Saison seine Fußballkarriere auf Eis legen. Kenner sprechen von einem Disaster.

Was der weltbekannte Fußballverein SV Mafinga wohl ohne seinen Lokalmatador Armbrustero – besser bekannt als “die Mauer” – in der Abwehr macht?
Man weiß es nicht. Eingeweihte munkeln allerdings, dass ein gewisser Roberto Ridsdillo Armbrusteros Erfolgsserie weiterführen und sich deshalb die nun heiß umkämpfte Nummer 2 ergattern will.

Es besteht jedoch kein Grund zur Sorge: Armbrustero befindet sich bereits auf dem Weg der Besserung. Mangels Krankenhaus hat er sich das Tapen via Fernstudium selbst beigebracht und ihm ist nun das Laufen durch einen fachmännischen Tapeverband wieder ermöglicht.

Selbstverständlich halten wir Sie diesbezüglich auf dem Laufenden. (tpa)

 

… da fallen Späne.





Werder-Weihnachts-Tupper-Hochzeit

28 10 2009

Verspätet und doch tansanisch rechtzeitig präsentiere ich euch nun die Hochzeit vorvergenener Woche.

Die Reise ging erneut nach Mbeya (siehe Picasso-Karte für weitere geographische Informationen). Wir zwei fuhren voraus, während die anderen Gäste aus Mafinga tags darauf mit dem hiesigen Fahrschulauto gen Westen fuhren. Leider haben sie vergessen, das bergpaviangroße Werbeschild vom Dach abzumontieren, was den Luftwiderstand verdoppelt und die Spritkosten verdreifacht hat. Angekommen sind sie trotzdem am Samstag Mittag und haben uns in der Stadt abgeholt.

Ab zum Haus des Bräutigams, Blaskapelle spielt bereits. Es gibt für uns hungrige Landsmänner wunderbar Essen. Reis war dabei, allerdings ohne Bazillusbeilage. Schade eigentlich, wir hatten mächtig Spaß beim letzten Mal.
Anschließend: Kirche. Da christliche Hochzeit, war die Predigt und die Tradition von unserer nicht sehr verschieden. Aber manche Unterschiede fand man doch. Es gab zum Beispiel von Seiten der Gäste aus spontane Tanzeinlagen. Gern auch während einer Ansprache von Herrn Pfarrer: Schnell wird aus der Bank gehuscht, man dreht eine Runde und setzt sich wieder auf seinen Platz. Bei Müdigkeitserscheinungen eine Sofortmaßnahme, die hilft.

P1000669Man kann hier keine Anzüge kaufen – man lässt sie schneidern.

Wieder im Haus: Nochmals Essen, anschließend Warten auf die After-Show-Party abends. Hier gab es doch Einiges, das anders läuft als bei uns. zwei Beispiele hier:

- Der Tisch beim Essen wird selbst mitgebracht. Hat man keinen körperintegrierten Kessel, isst man nach altem Brauch auf dem Schoß. Fleisch wird gern mit der Hand gegessen. Für mich als angehenden Mediziner eine halbe Praxislernstunde.
Für Robert war’s nicht ganz das Wahre; bei Blut, Gelenken und Sehnen sieht er schnell schwarz. Deshalb lebt er hier den Vegetarier aus. Dazu hat er sich entschlossen, kurz nachdem ich ihm die Dreads abgeschnitten habe. Einen Augenblick zu spät, wie ich finde ;) .

- Es wird erstaunlich wenig geredet. Ein Pantomime auf Beerdigung hat gesprächigere Momente. Und das, zumal wir mehrere Stunden in dem Haus auf das anschließende Fest gewartet haben, das das Ehepaar in einem Saal in der Stadt vorbereitet hat. Ein eigenartiges Phänomen, denn bei uns daheim fliegen uns die Löffel weg bei so einem Familienereignis. Selbst der Bruder des Bräutigams, der nach vier Jahren Studium in Indien das erste Mal wieder daheim war, zählte stumm die Fliegen an der Decke.
Ein Großteil der Gäste hat seinen Blick an den Fernseher geheftet, in dem sich vierzig Jahre jüngere Amerikanerinnen im Cocktailglas räkeln. Ein Kulturschock, der Seinesgleichen sucht.

-Die Familie  bekommt vom Bräutigam als Entschädigung für den Verlust ihrer Tochter Güter oder Geschenke. Angehende Ehemänner mit einem Einkommen von 100.000 TSH/Monat (50€) zahlen für ihre Frau nicht selten mehr als zwei Jahresgehälter. Ein ganz schön großer Haufen Holz, wie wir finden. Schade nur, dass Robert nun wieder kurze Haare hat …

Schließlich gings ab in die Halle. Was in der Kirche mit grün-weiß begann, wurde hier rigoros fortgesetzt: Die ganze Deko im Saal war in diesen Farben gehalten, selbst der Kuchen.

P1000761Man könnte es mit einem WerderBremen-Fanfest verwechseln. Oder mit einer Vorweihnachtsparty. Oder einer Tupperparty.

P1000764ein unsererseits bekanntes Bild: eine Braut, die – so hat es den Anschein – gerade lieber woanders wäre.

Es gab recht wenig Programmpunkte während des Fests; stattdessen führte uns ein Entertainer mit enthustiastischer Stimmer durch den Abend. Das Kuchenanschneiden war der Höhepunkt des Programms, was man durch große Ankündigungen alle fünf Minuten nur schwerlich verpassen konnte. Danach gab es wieder Essen und Freibier, bevor die ersten Gäste schon wieder gegangen sind.

Die Braut heißt übrigens “Witness”; kein ungewähnlicher Name: uns sind auch schon “Friendships” und “Loveness” begegnet.

P1000780 Essen: ein running-gag

Am nächsten Tag auf dem Heimweg saßen wir im Dala auf glühenden Kohlen, da wir den allerletzten Anschlussbus nach Hause nicht verpassen durften. Das Dalla hat jedoch noch gemütlich seine Kreise gezogen, um mit dem allseits beliebten Hup-Lockruf Gäste einzufangen. So mussten wir unsere Ungeduld irgendwie begraben. Während Robert sich ausmalte, wie das übervolle Dalla ohne Sicherheitsgurts wohl im ADAC-Crashtest aussähe, versuchte ich, Schlaf zu pressen.
Nach einigen Stunden Stehen und Lehnen gegen andere Fahrgäste kamen wir dann nachts wieder im trauten Heim an.

Bleibt sauber! Und lasst euch keinen Mann andrehen ;) .





…und Projekt “Schwein”?

15 10 2009

Unser vor einiger Zeit gestartetes Projekt “Huhn” musste nach einer Laufzeit von nur zwei Wochen durch ein bisher ungelöstes Zusammenspiel unglücklicher Zufälle bitterlich abgebrochen werden: Ein größeres Ungetüm hat unseren stolzen Besitz geradezu zerfetzt und anschließend verschlungen. Und das obwohl die drei Tiere in sicherer Unterkunft nächtigten. Bilder hierzu will ich weder euch noch meinem Geldbeutel zumuten. Wir stellten Nachforschungen an und Kenner meinen, der Bissstruktur zufolge muss es sich mindestens um einen Löwen der Gattung 5 oder um einen Werwolf handeln. Auch einem Pandabären wäre dieses Verbrechen zuzumuten. Wir sahen unsere Bauernkarriere schon am Boden zerschellt.

Doch nachdem böse Zungen behaupteten, dass sich Projekt “Schwein” nach diesem wirklich tragischen Vorfall in Wohlgefallen aufgelöst hätte, packte uns erneut der Wahn und wir starteten einen neuen, gewagteren Versuch, unserer Bauernbestimmung zu folgen.

Keine Anstrengung war uns zu groß und kein Weg zu weit, um die Kritiker ein für allemal zu bekehren. Unter der sengenden afrikanischen Hitze errichteten wir eine Schweineresidenz (jeder andere Begriff wäre Untertreibung) und machten uns anschließend auf die weite Reise, angemessene Bewohner ausfindig zu machen. Tage und Nächte suchten wir und wurden schließlich fündig. Wir verliebten uns sofort in die zwei kleinen Geschöpfe (ich darf sagen: Prachtexemplare!) und brachten sie sicher via Luxus-Jutesacktransport nach Hause…

Bilanz: Seit einigen Tagen sind wir stolze Besitzer zweier [schwäb] Suggel. Männchen und Weibchen. Vermehrung ist!

P1000651

hier gut zu erkennen: die königliche Papstmütze des Schweins -  eine Insignie, die nur prächtigen Ferkeln vorbehalten ist.

P1000810

Dieser kleine Racker befindet sich unter meiner Obhut, ich gab ihm den eingängigen Namen ‘Borsti’.

P1000821

Und diese Stupsnase rechts im Bild hat nach Roberts Willen den Namen ‘Kartoffel’ bekommen – mit dem Ziel, dass das Schwein die Beilage am Stichtag selbst mitbringt.


In diesem Sinne: Genießt euer nächstes Wurstbrot mit königlichem Respekt!





ein Wochenende außer Haus

7 10 2009

Dieses Wochenende waren wir auf Achse ganz nach dem Motto heute hier, morgen dort.

Freitag auf Samstag: Iringa.

Man munkelt, Iringa sei die Freiwilligenhauptstadt. Nirgendwo sieht man so viele Weiße wie auf diesem Flecken Erde – so heißt es zumindest in Fachkreisen. Wir haben 5 gezählt. Nicht so umwerfend viel, ist aber eigentlich schon genug; wir sind ja schließlich nicht auf deutscher Kaffefahrt!

Hinfahrt: Unser Bus musste erstmal fünf Runden in Mafinga drehen, um 35 Leute auf 15 Sitze und zu verteilen, deswegen kamen wir doch recht spät an. Um nicht zu sagen, es war Nacht. Noch gebückten Ganges nach der Odyseeüberfahrt schnell ins Guesthouse einquartiert und dann raus auf’d Gass ins tansanische Nachtleben.

Bar 1 („VIP-Club“): Momentaufnahme. Tanzfläche leer, ein paar Tansanier an der Bar. Abartig laute Musik.

Ein Tansanier, der uns hierher geführt hat, fängt mit uns in einer Ecke ein Gespräch an. Die Hälfte des Gesprächs geht in der Musik unter – davon wiederum verstehen wir nur Bruchteile, da Redeschwall. Aber auf jeden Fall war er ein interessanter Geselle. Auf seine Empfehlung hin zogen wir weiter ins „Miami“ – man sagt, dort steppt der Bär. Also los.

Bar 2 („Miami“): Momentaufnahme. Voll, es riecht nach Hühnchen. Und Chipsis (siehe Post annodazumal). Ein Massai sitzt in der Ecke und spielt ungeduldig mit seinem 20 cm langen Stock. Ein doch schon nicht zu kleines Messer baumelt am Gürtel.

Wir setzten uns rein und bestellen ein Bier. Die Bedienung bleibt gleich neben Robert sitzen und gibt eine Runde Nüsse aus. Wir freuen uns natürlich, Freinüsse gibt es schließlich nicht alle Tage. Als die Bardame (ihr gebärfähiges Alter liegt schon weit hinter dem Mississippi) anfing, Robert mit Nüssen zu füttern, war es ihm wohl zu viel. Ein Bier auf den Weg und wieder zurück zu…

..Bar 1:

Jetzt viel los, allerdings nicht auf der Tanzfläche. Die Menge tummelt sich auf den Sesseln und hört der Band zu, die hiesiges „Bongo Flavour“ spielt. Mit zwei weiteren Freiwilligen eröffnen wir die Tanzfläche, die schon bald darauf die einzigartigsten Tanzstile gebären sollte. Hier ein kleiner hochkarätiger Auszug aus dem Tanzjungel:

Eine etwas dickere Frau mit einem äußerst gebärfreudigen Becken und einem ebenso riesigen Hintern – in Afrika gelten andere Maßstäbe für Hintern (es gibt auf dem Markt hier für Weiße mit Minderwertigkeitskomplexen sogar Arschprotesen; also lasst euch sagen, er war jenseits aller Vorstellungskraft) – liegt auf Knien und Armen am Boden und wackelt mit allem, was sie hat. Allein, fünf Minuten lang. Ein Bild für die Götter. Skurril aber auf jeden Fall einen Anblick und vor allem einen Grinser wert.

Samstag: Vorhochzeitsfeier

Hauptrolle hatte hier ganz klar die angehende Frau, denn es war ihr Fest; es wurde ihre Verabschiedung aus ihrer elterlichen Familie gefeiert. Da sie somit die ganze Zeit im Rampenlicht stand, hat sie auch die ganze Zeit gelächelt – wäre sie im Handstand gelaufen. Will heißen, sie hatte Mundwinkel, die tiefer wahrlich nicht hängen konnten. Ich hoffe, es war nur die Aufregung. Anders kann ichs mir wahrlich nicht erklären und anders will ichs auch nicht für sie hoffen.

Sowohl in der Kirche, als auch auf dem Fest danach: Alles lief sehr gemächlich ab. Die oben beschriebene Hauptperson legte grandiose zwei Schritte pro Minute zurück, sodass beim Gang zu ihrem Platz ganz vorne schon einige Gäste einen Klogang eingelegt haben. Eine fußlahme Schildkröte ist Eilpost dagegen. Und die angehende Braut hat einige Strecken zurückgelegt sag ich euch!

Anders als in D war das Essen hier Schlusslicht der Veranstaltung und wurde auf dem Schoß geknuspert. Alles war wunderbar, wäre da nicht der berühmte Gammelreis. Der hat sich aber erst am nächsten Tag offenbart. Im Bus nach Hause. Ungeschickt! Und Robert und ich waren nicht die einzigen, deren Mägen Amok liefen. Einer unserer Kollegen hielt plötzlich den Bus an und hechtete nach alter James Bond Manier über alle Köpfe ins Freie – denn der Gang war verrammelt von Passagieren. Und schon war er im Busch verschwunden. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass alle Gäste den folgenden Tag auf dem Klo verbrachten. Eine herrliche Aktion des Kochs! Er sei dafür gerühmt! ☺

Nächstes Wochenende steht dann die richtige Hochzeit an. Dann hoffentlich ohne Reis…

Und ich glaube ich muss baldig einen extra Post für Barnamen machen. Da waren schon ein paar Klassiker dabei!





Wir reisen durch die Welt … ohne Geld

29 09 2009

Unser Motto eines Kurztrips zum drittgrößten Binnensee Tansanias


Wir brauchten Geld – dringend! Also hieß es losziehen in eine größere Stadt mit Bankomat®. Da Montag noch Feiertag war, verwandelten wir gekonnt Stress in Spaß und machten unseren ersten größeren Ausflug über Mbeya und Kyela (Einsatzstelle zweier weiterer DTPler) an den Nyasasee. Damit ihr eine Vorstellung habt, von welchen Städten ich rede, hier eine Van-Gogh-Tansaniakarte.

tansania

(Legende: Haus=unser legendäres Haus; M=Makambako; Bett=Mbeya (erste Übernachtung); K=Kyela (Einsatzstelle der zwei anderen Freiwilligen); und der Rest erklärt sich von selbst)

Unsere erste Haltestelle wird durch das ‘M’ markiert. (Wobei hier keine Anspielung auf irgendeine Fastfoodkette beabsichtigt ist. Die gibt es hier nämlich nicht – nein, nicht mal in der Hauptstadt. Kein Problem für mich, ich bin ja bekanntlich eh kein Fan von dem Schund. Ich bin bekennender Subway-Fan. Und die Kette gibt’s hier) Angekommen in ‘M’ wurde nach langer Bankomat®-Suche unser Ziel gefunden. Leider gab es Netzwerkprobleme mit der Visacard. Fazit: keine Kohle. Wir hatten insgesamt noch 12.000 TSH(was etwas mehr als 4 Euronen sind). Also zurück zum Busstand und ab in die nächste Stadt – Mbeya. Und was kostet das Ticket?

12.000 TSH.

Mit schmerzverzerrter Mine wird unser letztes Hab und Gut ausgegeben. Ich glaub, dann gabs eine Premiere: Die zwei Weißen sind die ärmsten Schlucker im ganzen Bus. Das nenne ich mal Anpassung! Während der Tansanier also am Fenster bequem Nüsschen und Cookies kaufen konnte, knurrte uns nur so der Magen.

In Mbeya sind wir dann schon etwas hektischer durch die Straßen gelaufen, denn die Sonne ging bereits unter und wir hatten weder Geld noch eine Unterkunft. Aber wir fanden eine Geldquelle. Nur noch schnell PIN eintippen…

Erste Eingabe: Falsch.

Zweite Eingabe: Falsch.

Shit! Und meine DKB-Card ist die einzige Möglichkeit für uns, an Geld zu kommen – Roberts Konto ist noch in Bearbeitung. Wie Bobo weiß, muss man, um seine Karte vom Automaten verschlucken zu lassen, entweder die ec-Karte während einem Telefonat im Schlitz stecken lassen. Oder , wie in diesem Fall, dreimal den falschen Pin eingeben. Und die Karte hätten wir so schnell nicht wieder bekommen – die Bank hatte geschlossen. Ich sah uns schon die Nacht unter der Brücke mit Bruddelbernd und Sakraddi verbringen.

Unser letztes Mobiltelefon® wurde gezückt (Robert hat seines auf der Hinfahrt klauen lassen ) – mit 800 TSH Guthaben drauf (unter 50cent). Mit bebendem Herz wird daheim angerufen und glücklicherweise nimmt jemand ab. Es wurde bereits dunkel. Die Fakten wurden also regelrecht gepresst – wir haben ja keine Zeit! Und nach kurzer Suche in Bankordnern daheim ward der PIN gefunden und durchgesagt. Ein letztes Mal Zittern und endlich floss das Geld. Robert lag schon bewusstlos neben mir.

Was ich sagen will: es war eine ziemliche spannende Sache. Hitchcock schreibt keine besseren Krimis.

Die nächste Fahrt zum See lief weniger problemlos – es herrschten eben die üblichen tansanischen Konditionen. Wenig Platz und viel Körperkontakt. Für uns kein Problem. Ach ja: der Pickup, der vier Stunden über die Dustroad führte, hatte einen geplatzen Reifen. Ersatz gab es keinen, also wurde Nadel und Faden gezückt. Das nenne ich Erfindergeist!

Jetzt für das kalte Deutschland ein paar herzerwärmende Bilder.

strand

neues Titelbild der renommierten Dokusoap: “Sonnenbrand, eine Gefahr für die ganze Familie!”hütte

Hier zu sehen ist Isa aus Kyela und ich mit meiner Original Roy&Bon® Sonnenbrille!

P1000628

Das hier ist Yoga. Die Figur heißt “der betrunkene Bergpavian”

P1000628h

hier bei der all halbstündlichen Reifenpanne.

Nach zwei Tagen Strand und einer Schnorcheltour (im lecker Einbaum, den wir pausenlos mit einem Teller wasserfrei hielten) gings dann wieder heimwärts. Wobei die Fahrt auch nicht ohne war. Denn wir sind irgendwann nachts wieder in ‘M’ angekommen und es fuhr kein Bus mehr in unser beschauliches Mafinga. Auch hier haben uns schon Sakraddi und Bruddelbernd aus dem Müllkontainer zugewunken und uns auf ein Feldbett eingeladen. Aber es gab ja noch Taxen. Wir haben uns eins geschnappt, bei dem wir den Preis auf 20.000 TSH (gute 10 €) runterhandel konnten. Für eine Strecke von 90 km nicht schlecht. Aber anscheinend ist unser Fahrer diese Strecke noch nicht gefahren und er merkte auf halber Strecke, dass seine Spritkosten (er musste ja auch wieder zurückfahren) das Fahrtgeld weit übersteigen. Also holten wir ihn aus den Miesen raus und wir gingen zufrieden über einen immernoch billigen Taxipreis nach Hause (andere Fahrer wollten 40.000TSH) und er war glücklich über etwas Tinkgeld.

Und daheim war erstmal Feueralarm. Also nix mit Schlafen gehen, erst mal Löschen!

In diesem Sinne, Prost!

Nach zwei Tagen Strand und einer Schnorcheltour gings dann wieder heimwärts. Wobei die Fahrt auch nicht Ohne war. Denn wir sind irgendwann nachts wieder in M angekommen und es fuhr kein Bus mehr in unser beschauliches Mafinga. Auch hier haben uns schon Sakraddi und Bruddelbernd zugewunken und uns auf ein Feldbett eingeladen. Aber es gab ja noch Taxen. Wir haben uns eins geschnappt, wo wir den Preis auf 20.000 TSH (gute 10 €) runterhandel konnten. Für eine Strecke von 90 km nicht schlecht. Aber anscheinend ist unser Fahrer diese Strecke noch nicht gefahren und er merkte auf halber Strecke, dass seine Spritkosten (er musste ja auch wieder zurückfahren) das Fahrtgeld weit übersteigen. Also holten wir ihn aus den Miesen raus und wir gingen zufrieden über einen immernoch billigen Taxipreis nach Hause (andere Fahrer wollten 40.000TSH) und er fuhr glücklich über etwas Trinkgeld heim.

Und daheim war erstmal Feueralarm. Also nix mit Schlafen gehen, erst mal Löschen!

In diesem Sinne, Prost!





Schaffa muasch…

15 09 2009

So, jetzt will ich euch mal erzählen, was wir in den ersten 3 Wochen hier gearbeitet haben.

a) Haus reparieren:

Unser riesen Haus hat noch einige Baustellen, sodass wir uns sogleich (mit freundlicher Unterstützung einiger Ehemaliger, die gerade hier leben) an die Instandsetzung einiger Luxusdetails wie z.B. fließend Warmwasser machten.

Der fachkundige Klempter weiß, dass der Spruch „Silikon macht das schon“ Gold wert ist. Mit diesem Motto und einigem anderen wichtigen Material gelang es uns, stillgelegte Rohre zu säubern und zu dichten. Tja, und durch unsere Wasserzirkulation durch den Holzofen haben wir nun fließend und vor allem warmes Wasser im ganzen Haus!

b) Windrad bauen:

Einer unser tansanischen Mitarbeiter hatte die Idee, seinen Eltern (die abartig in der Pampa leben), ein Windrad zur Stromerzeugung zu bauen. So hat er vor einiger Zeit angefangen, Spule, Magnete etc. zusammenzusetzen; wir halfen ihm dabei so gut wir konnten. Eine super Gelegenheit, sich mit der Materie „Windrad“ anzufreunden!

Nach einigen Auseinander- und wieder Zusammenschraubaktionen war das Ganze dann baufertig.

Also ging es dann fix dieses Wochenende in das „Dorf“ Ikwete. Die Fahrt war mehr als durch den Busch: Wir verließen die letzte Straße ca. 30 km vor Zielort und es ging über ein Flussbett in Richtung Elternhaus. Kein Taxiunternehmen in Deutschland würde diesen Service bringen: Marktlücke!

Nach der Ankunft haben wir uns sofort an die Montage gemacht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Ausbesserungen stand die Mühle. Der Wind dort ist aber auch übertrieben – alle Bäume sind auf der einen Seite wie abgeschnitten, da der Wind über die Ebene nur so presst.

Da auch deswegen die Windmühle etwas mehr Strom produziert, als die Familie dort braucht (Spitze 250 Watt :) ), kam auch schon am ersten Tag ein Nachbar, um seine Batterie aufzuladen. Also hier noch eine kleine Möglichkeit, etwas dazuzuverdienen.

Unser Sorgenkind war aber der Laderegler (schützt Batterie), den wir nach langem Herumlöten doch aufgeben mussten und wieder heimbrachten zur Obduktion.

Die Aussichten: Die Schule baut in den nächsten Tagen ein anderes, neues Windrad. Da wir nun doch schon mächtig was gelernt haben in den letzten Wochen, denken wir, dass wir mit tansanischer Zusammenarbeit doch einiges reißen können.

P1000525

Arbeiten am Charge Controler Marke Eigenbau: unglaubliche Friemelarbeit

P1000524

ein Muss bei jeder Arbeit in Tansania: zwischendurch produktives und arbeitsförderndes Entspannen

P1000531

letzte Schönheitsausbesserungen: schließlich steht das Windrad ja auf dem Präsentierteller inmitten einer Metropole Tansanias! (Das Schild unten links wurde von mir mangels Pinsel mühsam mit Schraubenzieher beschrieben –> abartiger Stress!)

P1000535

schweren Generator bei extrem starkem Wind auf Halterung hieven – wir hätten besser die letzten Tage “Projekt Adonis” gestartet; hätte das Ganze erleichtert

P1000542

sitzt, passt, wackelt und hat Luft (besser gesagt: Sturm)

P1000546

lecker Panorama im Abendlicht extra und nur für euch!

P1000553

yay! es dreht sich! und produziert Strom!

P1000552

nach erfolgreicher Arbeit: Grinsen nach guter alter Zufried-Manier (unser aller Vorbild und Idol)

c) Einleben in tansanische Verhältnisse:

Unsere primäre Aufgabe hier ist, sich einzuleben und die tansanische Kultur etwas zu verstehen. Da hier doch einige Sachen anders laufen als in Deutschland, ist das nicht zu unterschätzen. Für uns heißt das Kiswahili lernen – meist im Gespräch. Und die Leute hier kennenlernen.

Unser Angelpunkt dabei ist morgens der Gottesdienst, ein sehr wichtiges Tageselement hier und der Unterricht, bei dem wir mittlerweile auch schon Einige kennengelernt haben.

Heute sind wir dem Chor beigetreten (der absolut spitze singt: Afrikaner kommen mit dem Rhythmus im Blut auf die Welt, munktelt man hier)

In Aussicht ist noch der Beitritt in den Sportverein.

d) Bauer:

Wir haben uns neuerdings drei Hühner zugelegt. Hauptaufgabe hier: Schauen, dass sie nicht ins Haus machen.

Zwei Schweine folgen.

Auf Bald!





erste Bilderkarawane

6 09 2009

Da die Bilder-Einbettfunktion bei WordPress über das Handyinternet hier nicht funktioniert, muss ich wohl einen Eintrag einzig für Bilder schreiben. Und diese sind stressigerweise nur in Linkform einzufügen. Gott weiß wieso.

Tansania versteht mich: endlich ein Löffel, der meinen Ansprüchen entspricht!
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/sophies-bilder-067.jpg

beim Wäschewaschen in Dar es Salaam
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/img_2762.jpg

Das Quoten-Neidbild am Strand von Dar. Ists bei euch schon Winder? ;)
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/p1000078.jpg

grüne Palmen, weite Sicht… der eingeweihte Fachmann möge den Satz vervollständigen
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/p1000079.jpg

…gäbs eine Weltmeisterschaft im Entspannen, dann wäre das der Schlüssel zum Sieg
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/sophies-bilder-107.jpg

hier geb ich gerade dem unsichtbaren Wassermonster einen Kinnhaken, der sich gewaschen hat
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/imgp0271.jpg

Robert, mein Einsatzstellenpartner, wie er lebt und grinst
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/imgp0280.jpg

unser fußballplatzgroßes Haus zu zweit – Suchbild: Wo sind die zwei FSJler?
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/p1000483.jpg

auf unserem Dach beim Wassertank putzen… auf dem Bild sehen wir sehr arbeitssam aus… irgendwie
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/p1000474.jpg

beim (fast) allabendlichen Feuer im Kamin… im Topf wird gerade frisch gemolkene Milch abgekocht
http://philippintansania.files.wordpress.com/2009/09/p1000492.jpg

so das wars erst mal von mir. Lasst es euch gut gehn!








Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.