So, jetzt will ich euch mal erzählen, was wir in den ersten 3 Wochen hier gearbeitet haben.
a) Haus reparieren:
Unser riesen Haus hat noch einige Baustellen, sodass wir uns sogleich (mit freundlicher Unterstützung einiger Ehemaliger, die gerade hier leben) an die Instandsetzung einiger Luxusdetails wie z.B. fließend Warmwasser machten.
Der fachkundige Klempter weiß, dass der Spruch „Silikon macht das schon“ Gold wert ist. Mit diesem Motto und einigem anderen wichtigen Material gelang es uns, stillgelegte Rohre zu säubern und zu dichten. Tja, und durch unsere Wasserzirkulation durch den Holzofen haben wir nun fließend und vor allem warmes Wasser im ganzen Haus!
b) Windrad bauen:
Einer unser tansanischen Mitarbeiter hatte die Idee, seinen Eltern (die abartig in der Pampa leben), ein Windrad zur Stromerzeugung zu bauen. So hat er vor einiger Zeit angefangen, Spule, Magnete etc. zusammenzusetzen; wir halfen ihm dabei so gut wir konnten. Eine super Gelegenheit, sich mit der Materie „Windrad“ anzufreunden!
Nach einigen Auseinander- und wieder Zusammenschraubaktionen war das Ganze dann baufertig.
Also ging es dann fix dieses Wochenende in das „Dorf“ Ikwete. Die Fahrt war mehr als durch den Busch: Wir verließen die letzte Straße ca. 30 km vor Zielort und es ging über ein Flussbett in Richtung Elternhaus. Kein Taxiunternehmen in Deutschland würde diesen Service bringen: Marktlücke!
Nach der Ankunft haben wir uns sofort an die Montage gemacht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Ausbesserungen stand die Mühle. Der Wind dort ist aber auch übertrieben – alle Bäume sind auf der einen Seite wie abgeschnitten, da der Wind über die Ebene nur so presst.
Da auch deswegen die Windmühle etwas mehr Strom produziert, als die Familie dort braucht (Spitze 250 Watt
), kam auch schon am ersten Tag ein Nachbar, um seine Batterie aufzuladen. Also hier noch eine kleine Möglichkeit, etwas dazuzuverdienen.
Unser Sorgenkind war aber der Laderegler (schützt Batterie), den wir nach langem Herumlöten doch aufgeben mussten und wieder heimbrachten zur Obduktion.
Die Aussichten: Die Schule baut in den nächsten Tagen ein anderes, neues Windrad. Da wir nun doch schon mächtig was gelernt haben in den letzten Wochen, denken wir, dass wir mit tansanischer Zusammenarbeit doch einiges reißen können.

Arbeiten am Charge Controler Marke Eigenbau: unglaubliche Friemelarbeit

ein Muss bei jeder Arbeit in Tansania: zwischendurch produktives und arbeitsförderndes Entspannen

letzte Schönheitsausbesserungen: schließlich steht das Windrad ja auf dem Präsentierteller inmitten einer Metropole Tansanias! (Das Schild unten links wurde von mir mangels Pinsel mühsam mit Schraubenzieher beschrieben –> abartiger Stress!)

schweren Generator bei extrem starkem Wind auf Halterung hieven – wir hätten besser die letzten Tage “Projekt Adonis” gestartet; hätte das Ganze erleichtert

sitzt, passt, wackelt und hat Luft (besser gesagt: Sturm)

lecker Panorama im Abendlicht extra und nur für euch!

yay! es dreht sich! und produziert Strom!

nach erfolgreicher Arbeit: Grinsen nach guter alter Zufried-Manier (unser aller Vorbild und Idol)
c) Einleben in tansanische Verhältnisse:
Unsere primäre Aufgabe hier ist, sich einzuleben und die tansanische Kultur etwas zu verstehen. Da hier doch einige Sachen anders laufen als in Deutschland, ist das nicht zu unterschätzen. Für uns heißt das Kiswahili lernen – meist im Gespräch. Und die Leute hier kennenlernen.
Unser Angelpunkt dabei ist morgens der Gottesdienst, ein sehr wichtiges Tageselement hier und der Unterricht, bei dem wir mittlerweile auch schon Einige kennengelernt haben.
Heute sind wir dem Chor beigetreten (der absolut spitze singt: Afrikaner kommen mit dem Rhythmus im Blut auf die Welt, munktelt man hier)
In Aussicht ist noch der Beitritt in den Sportverein.
d) Bauer:
Wir haben uns neuerdings drei Hühner zugelegt. Hauptaufgabe hier: Schauen, dass sie nicht ins Haus machen.
Zwei Schweine folgen.
Auf Bald!